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Offshore-Firmen: Mythen, Realitäten und die Tatsachen

Offshore-Firmen: Mythen, Realitäten und die Tatsachen

Der Begriff „Offshore-Firma“

Für die meisten Menschen ist der Begriff „Offshore-Firma“ mit Vorstellungen von Steuervermeidung, Geldwäsche und Geheimniskrämerei verbunden. Die Realität ist jedoch komplexer und vielfältiger. In diesem Artikel beleuchten wir, was Offshore-Firmen wirklich sind, welche Arten es gibt und wie sich dieses Gebiet durch neue Regulierungen verändert.

Was versteht der normale Mensch unter Offshore? Die gängigen Assoziationen mit Offshore-Strukturen sind oft negativ behaftet. Viele Menschen denken an Steuervermeidung, Vermögensschutz im rechtlichen Graubereich oder undurchsichtige finanzielle Aktivitäten in Ländern mit lockereren Gesetzen. Das Wort „Offshore“ selbst weckt Vorstellungen von Inseln in der Karibik oder anderen exotischen Orten.

Was sind Offshore-Firmen wirklich? Im Kern sind Offshore-Firmen einfach Firmen, die außerhalb des Landes oder der Jurisdiktion ihres Eigentümers gegründet und registriert sind. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht immer rechtswidrig. Legitime Motive können Steuervermeidung im legalen Rahmen, internationales Finanzmanagement oder der Schutz von Vermögenswerten sein.

„Wenn die Besteuerung in meinem Heimatland zu hoch ist und die Existenz meiner Firma gefährdet wird, ziehe ich mit meiner Firma woanders hin. Das ist das Prinzip des freien Marktes und so sollte es auch sein“.

Arten von Offshore-Strukturen

Es gibt verschiedene Ausprägungen von Offshore-Firmen und -Strukturen. Einige Beispiele:

  1. Vollständig Offshore: Die gesamte Firmenstruktur befindet sich außerhalb des Heimatlandes des Eigentümers ohne jegliche Verbindung dorthin.
  2. Teilweise Offshore: Die Holding- oder Muttergesellschaft ist offshore registriert, während operative Tochtergesellschaften im Heimatland oder anderen Ländern angesiedelt sind.
  3. Offshore-Bankkonto: Ein Bankkonto, das bei einer Bank in einer anderen Jurisdiktion als dem Heimatland des Kontoinhabers eröffnet wurde.

Die bekanntesten Offshore-Standorte gelten als Steueroasen wie die Bahamas, Kaimaninseln oder Panama. Andere beliebte Finanzzentren sind die Schweiz, Singapur oder Luxemburg.

Regulatorische Änderungen und ihre Auswirkungen

In den letzten Jahren haben internationale Abkommen wie das Abkommen zum automatischen Informationsaustausch (AIA, CRS) dazu geführt, dass Offshore-Aktivitäten transparenter werden. Die meisten bekannten Offshore-Finanzplätze haben sich dem AIA (CRS) angeschlossen.

Dies bedeutet, dass Finanzinstitutionen in diesen Ländern jetzt Kontoinformationen von ausländischen Staatsbürgern an deren Heimatländer übermitteln müssen. Die einst strikte Vertraulichkeit vieler Offshore-Standorte wird dadurch aufgeweicht.

Für Firmeninhaber und Investoren, die Offshore-Strukturen legal für Steueroptimierung oder Vermögensschutz nutzen, ist dieser Trend eine Herausforderung. Vollständig intransparente Offshore-Lösungen werden immer seltener.

Für jene, die Offshore-Firmen für illegale Zwecke wie Steuerhinterziehung oder Geldwäsche missbraucht haben, schließen sich die Schlupflöcher. Regulatoren und Behörden können Kapitalflüsse und Vermögenswerte leichter verfolgen.

Dabei wird das Privatkapital gemindert, was auch zu Instabilität auf dem Weltmarkt führt. Leider werden diese Probleme auch durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) nicht immer zugunsten der Kapitalinhaber gelöst.

Die bekanntesten Offshore-Länder und der AIA (CRS)

Wenn man an Offshore-Destinationen denkt, fallen einem oft folgende Länder und Gebiete ein:

  1. Schweiz
  2. Luxemburg
  3. Singapur
  4. Bahamas
  5. Kaimaninseln
  6. Bermuda
  7. British Virgin Islands (BVI)
  8. Panama
  9. Isle of Man
  10. Malta

Diese galten lange Zeit als die berühmtesten „Steueroasen“ und Offshore-Paradiese der Welt.

Der Mythos dieser Länder als Orte mit undurchdringlichen Bankgeheimnissen und völliger Intransparenz hat sich jedoch in den letzten Jahren gewandelt. Der Grund dafür ist das Abkommen zum automatischen Informationsaustausch (AIA), dem die meisten dieser Finanzplätze inzwischen beigetreten sind.

Von den oben genannten zehn Offshore-Destinationen haben acht – die Schweiz, Luxemburg, Singapur, Bahamas, Kaimaninseln, Bermuda, British Virgin Islands und Panama – das AIA  (CRS) unterzeichnet. Nur die Isle of Man und Malta haben bisher nicht zugestimmt.

LandBeitrittsjahrAuswirkungen auf Gesellschaften und Bankkonten
Schweiz2018Die Schweiz hat das AIA mit einigen Einschränkungen und Vorbehalten unterzeichnet, die die Anwendung des Abkommens für bestimmte Konten und Gesellschaften einschränken. Dennoch sind die meisten Konten und Gesellschaften von der automatischen Weitergabe von Informationen betroffen.
Luxemburg2017Luxemburg hat das AIA unterzeichnet und ist damit dazu verpflichtet, automatisch Informationen über Finanzkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten in Luxemburg zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen.
Singapur2018Singapur hat das AIA unterzeichnet und ist damit dazu verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern automatisch an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten in Singapur zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen. Singapur hat jedoch einige Ausnahmen für bestimmte Gesellschaften und Konten, die nicht vom Abkommen betroffen sind.
Bahamas2018Die Bahamas haben das AIA unterzeichnet und sind damit dazu verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern automatisch an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten in den Bahamas zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen. Allerdings gelten in den Bahamas noch immer strenge Bankgeheimnisse für Konten, die vor dem Jahr 2017 eröffnet wurden.
Kaimaninseln2017Die Kaimaninseln haben das AIA unterzeichnet und sind damit dazu verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern automatisch an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten auf den Kaimaninseln zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen. Die Kaimaninseln haben jedoch einige Ausnahmen für bestimmte Gesellschaften und Konten, die nicht vom Abkommen betroffen sind.
Bermuda2017Bermuda hat das AIA unterzeichnet und ist damit dazu verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern automatisch an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten in Bermuda zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen. Bermuda hat jedoch einige Ausnahmen für bestimmte Gesellschaften und Konten, die nicht vom Abkommen betroffen sind.
British Virgin Islands (BVI)2017Die British Virgin Islands (BVI) haben das AIA unterzeichnet und sind damit dazu verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern automatisch an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten in den BVI zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen. Die BVI haben jedoch einige Ausnahmen für bestimmte Gesellschaften und Konten, die nicht vom Abkommen betroffen sind.
Panama2018Panama hat das AIA unterzeichnet und ist damit dazu verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Steuerpflichtige in anderen Ländern automatisch an diese Länder weiterzugeben. Dies kann für die Besitzer von Offshore-Gesellschaften und Bankkonten in Panama zu höheren Steuerpflichten in ihrem Heimatland führen. Panama hat jedoch einige Ausnahmen für bestimmte Gesellschaften und Konten, die nicht vom Abkommen betroffen sind.
Isle Of ManNoch nichtNoch keine
MaltaNoch nichtNoch keine

Durch die Teilnahme am AIA (CRS) sind diese Länder verpflichtet, Informationen über Bankkonten und Vermögenswerte ausländischer Staatsbürger automatisch an deren jeweilige Heimatländer zu übermitteln. Dies bedeutet einen erheblichen Verlust an Vertraulichkeit und Privatsphäre für Offshore-Strukturen in diesen Jurisdiktionen.

Der einst strikte Bankgeheimnisschutz und die Möglichkeiten zur vollständigen Anonymität für Offshore-Firmen und -Konten sind damit stark eingeschränkt worden. Während diese Länder nach wie vor attraktive Standorte für legale Steueroptimierung und Vermögensschutzstrategien bieten, müssen sie sich nun an deutlich höhere Transparenz- und Compliance-Standards halten.

Der Mythos des vollständig abgeschotteten und geheimen Offshore-Paradieses ist für die Mehrheit der bekannten Finanzplätze nicht mehr ganz zutreffend. Internationale Regulierungen wie das AIA (CRS) haben hier zu einer stärkeren Öffnung und Überwachung geführt.

Auf der Suche nach Unbekanntem

Wir haben die USA nicht berücksichtigt – das war ein Fehler!

Eine Destination, die dabei oft übersehen wird, sind die USA selbst – genauer bestimmte US-Bundesstaaten:

  • Wyoming, Nevada, Delaware und New Mexico bieten äußerst kostengünstige und ferngesteuerte Firmengründungen für Ausländer an.
  • Für Unternehmensgründungen in diesen Staaten fallen keine Körperschaftssteuer oder Gewerbesteuer an (aufpassen auf Quellensteuer).
  • Gewinne werden nur auf Ebene des Direktors als persönliches Einkommen besteuert (Einkommensteuer), und für Nicht-US-Bürger ist das Einkommen auf US-Boden steuerfrei.
  • Die USA sind dem AIA (CRS) nicht beigetreten, daher müssen US-Banken keine automatischen Meldungen über Konten von Ausländern an deren Heimatländer übermitteln.
  • Umsatzsteuer, Umsatzsteuerabfuhr nicht ist zwingend.

Staaten wie Wyoming und Nevada erlauben zudem eine weitgehend anonyme Firmengründung ohne Offenlegung der wirtschaftlich Berechtigten. Anstelle der tatsächlichen Eigentümer können „Registered Agents“ als Ansprechpartner dienen.

Somit erfüllen bestimmte US-Bundesstaaten die vier Hauptkriterien für Offshore-Paradiese für Nicht-US-Bürger:

  1. Keine Besteuerung auf Unternehmensebene
  2. Absoluter Datenschutz der Inhaber
  3. Liberale Regulierung der Unternehmensstruktur
  4. Banken ohne Verpflichtung zur automatischen Berichterstattung an andere Länder

Der Mythos des vollständig ausländischen „Steueroasen-Paradieses“ ist für einen Großteil der bekannten Finanzplätze nicht mehr ganz zutreffend. Durch Regulierungen wie das AIA (CRS) haben viele an Intransparenz verloren. Die USA selbst, insbesondere manche Bundesstaaten, haben sich hingegen zu einer häufig übersehenen Offshore-Destination entwickelt.

Unschlagbar günstig

Dazu kommt, dass die Firmengründung in den USA ermöglicht, ein Bankkonto ohne persönliche Anwesenheit und hohe Gebühren zu eröffnen. Im Gegensatz zu den Tausenden von Euros, die als erste Einlage bei Banken von Bananenrepubliken erforderlich sind, ist die Eröffnung eines Kontos in den USA kostenlos und erfordert keine persönliche Anwesenheit, wie es in Bananenrepubliken der Fall ist.

Fazit

Vergessen Sie das Klischee des Geschäftsmannes mit einem Koffer voller Banknoten, der in eine Bananenrepublik in der Karibik reist, um sein Geld dort auf einem Bankkonto zu deponieren. Die Vorstellung, dass solche Konten nur für Drogendealer und andere illegale Geschäftsleute erschwinglich sind, ist überholt. Auch Ihr legales und nützliches Unternehmen kann von Datenschutz und Stabilität profitieren. Wir geben den USA die beste Offshore-Note unter legalen und weltweit anerkannten Lösungen für Offshore-Geschäfte, mit einem hohen Maß an Sicherheit und Transparenz für die Gründer.

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Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass die genannten Daten, Steuersätze und Regelungen sich im Laufe der Zeit ändern können. Treffen Sie keine eigenständigen Entscheidungen, ohne sich zuvor von einem Experten für Ihre individuelle Situation beraten zu lassen. Es ist in Ihrem Interesse, stets individuelle Informationen von einem erfahrenen Experten zu erhalten, der Ihre Situation kennt. Diese Informationen sind nur zu Informationszwecken gedacht und fördern keine illegalen Aktivitäten, einschließlich Steuerhinterziehung.

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