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Eine Falle der Inkompetenz, Einzelunternehmen (IchAG) für Freiberufler ohne Stammkunden

Eine Falle der Inkompetenz, Einzelunternehmen (IchAG) für Freiberufler ohne Stammkunden

Der Anfang ist immer schwierig, aber er muss es nicht sein!

Vor etwa 20 Jahren hatte ein Bekannter eine Geschäftsidee, eine künstlerische Tätigkeit, deren Details unwichtig sind. Er konsultierte einen lokalen Steuerberater in Mecklenburg-Vorpommern, der bei einer Agentur angestellt war. Man könnte erwarten, dass ein angestellter Steuerberater bei einer Agentur genügend Erfahrung und Know-how hat, um dem Kunden alle Details zu erklären und eine passende Strategie zu entwickeln. Stattdessen empfahl der Berater, ein Einzelunternehmen zu gründen.

Das Problem?

Für einen Künstler, der normalerweise freiberuflich arbeitet und im ersten Jahr wahrscheinlich nicht über die Kleinunternehmerregelung hinauskommen wird, ist ein Einzelunternehmen mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Er folgte dem Rat des Beraters, erstellte einen Businessplan für ein Einzelunternehmen, konsultierte die IHK, wo der Businessplan ebenfalls abgesegnet wurde, und erhielt die Zustimmung des Steuerberaters. Anschließend meldete er ein Einzelunternehmen beim Gewerbeamt an. So kam eine fatale Gewerbeanmeldung zustande.

Ohne einen guten Berater sind Sie aufgeschmissen, bleiben Sie lieber arbeitslos!

Damals wusste er nicht, dass mit der Gründung eines Einzelunternehmens monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen fällig werden und dass er regelmäßig die Einnahmen- und Ausgabenrechnungen in Papierform rechtzeitig zum Steuerberater bringen muss, um Finanzamtsbriefe aufgrund von Verspätungen zu vermeiden. Die IHK rief an und fragte, warum er ihre Abgaben nicht leistete, und schickte einen Brief mit einem schönen Schuldbetrag. Es folgten weitere Dokumentenanforderungen für Umsatzsteuer, Einkommensteuererklärung und Gewerbesteuererklärung. Und heute würde auch die Krankenkasse sich bei Ihnen melden und das würde ca. 350 Euro monatlich kosten.

Schulden ohne Kreditaufnahme: So geht das:

Obwohl er zu diesem Zeitpunkt erst nur wenige hundert Euro verdient hatte, musste er monatlich 50 Euro für den Steuerberater ausgeben. Zudem musste er jemanden finden, der den Antrag auf Befreiung von den IHK-Beiträgen ausfüllt. Dann musste er aufgrund versäumter Finanzamtstermine mehrere hundert Euro für Festsetzungen zahlen und versuchen, das Geld durch Nachreichen zurückzuerhalten. Er wusste noch nicht einmal, dass er sofort von einer Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen kann.

Nun, ich bin kein Experte vom Finanzamt, aber es ist klar, dass die Gründung eines Einzelunternehmens in seinem Fall ein Fehler war. Obwohl es ihn nominell von der Arbeitslosigkeit befreit hat und er dank des Businessplans auch eine Förderung von der IHK erhalten hat, war es unüberschaubar für einen Künstler, der chaotisch von Natur ist und einfach nur in Ruhe gelassen werden will, um sich auf das Schaffen zu konzentrieren. Das deutsche Sprichwort „mit einer Hand geben und mit der anderen nehmen“ hat ihn hart getroffen.

Wenn der Steuerberater damals Stopp gesagt hätte:

Es wäre nicht passiert, wenn der Steuerberater damals Stopp gesagt hätte! Er hätte ihm sagen sollen: „Die Begeisterung Ihrerseits verstehe ich, aber Sie sollten erst mit einer freiberuflichen Teilzeit-Tätigkeit probieren. Holen Sie sich zuerst die Steuernummer und probieren Sie, wie es läuft.“

Die Vorteile sind dabei ganz klar: Keine Gewerbeanmeldung, keine Umsatzsteuer, jährliche Abgabe der Einkommensteuererklärung, und im Nebenerwerb können die Einkünfte sogar in der normalen Lohnsteuererklärung angegeben werden. Das Finanzamt nimmt Sie nicht ernst, niemand will etwas von Ihnen, weil praktisch nichts bei Ihnen zu holen ist, und Steuerberater benötigen Sie äußerst selten.

Und das Schlimmste ist, dass er nicht einmal wusste und ich es nicht wusste, dass dieser Albtraum sehr einfach zu beenden war, indem er das Einzelunternehmen schließt und ein freiberufliches Nebengewerbe registriert. Keiner hat es ihm gesagt, und er hat auch nicht danach gefragt.

Aber auch eine freiberufliche Tätigkeit im Nebenerwerb kann in einigen Ländern schnell zu einem Albtraum werden!

Schlussfolgerung:

Die Geschichte des Bekannten verdeutlicht die Bedeutung einer fundierten Beratung und Planung bei der Gründung eines Unternehmens. Trotz guter Absichten und einer vielversprechenden Geschäftsidee führte die unzureichende Beratung durch den Steuerberater zu einer Reihe von Problemen und finanziellen Belastungen. Es wird deutlich, dass selbst vermeintlich einfache Entscheidungen wie die Wahl der Unternehmensform erhebliche Auswirkungen auf die finanzielle Situation und den Verwaltungsaufwand haben können.

Die Schlüssel zur Vermeidung solcher Probleme liegen in einer sorgfältigen Planung, der Einholung kompetenter Beratung und dem Verständnis der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Es ist wichtig, alle Optionen zu prüfen und diejenige zu wählen, die am besten zu den individuellen Umständen und Zielen passt. Letztendlich zeigt diese Geschichte, dass eine fundierte Vorbereitung und Beratung den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg bei der Unternehmensgründung ausmachen können.

 

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Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass die genannten Daten, Steuersätze und Regelungen sich im Laufe der Zeit ändern können. Treffen Sie keine eigenständigen Entscheidungen, ohne sich zuvor von einem Experten für Ihre individuelle Situation beraten zu lassen. Es ist in Ihrem Interesse, stets individuelle Informationen von einem erfahrenen Experten zu erhalten, der Ihre Situation kennt.

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