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USA und das Common Reporting Standard (CRS): Folgen für LLC-Gründer

USA und das Common Reporting Standard (CRS): Folgen für LLC-Gründer

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USA sind keine CRS Teilnehmer

Die USA haben sich bisher geweigert, dem Common Reporting Standard (CRS – automatischer Banken Datenaustausch) beizutreten – einem globalen Abkommen zum automatischen Austausch von Steuerdaten. Dieser Schritt hat weitreichende Konsequenzen für Unternehmensgründer weltweit, die eine LLC (Limited Liability Company) in den Vereinigten Staaten gründen wollen.

Was ist der CRS?

Der Common Reporting Standard ist eine von der OECD entwickelte Vereinbarung, die den automatischen Austausch von Finanz- und Steuerdaten zwischen fast 100 Ländern regelt. Ziel ist es, Steuerhinterziehung und Geldwäsche effektiv zu bekämpfen. Teilnehmerländer sind verpflichtet, Daten über Vermögenswerte und Einkünfte ihrer ausländischen Staatsbürger bei Finanzinstituten einzuholen und an das jeweilige Heimatland weiterzuleiten. So soll verhindert werden, dass Bürger Vermögen in Steueroasen parken.

Warum sind die USA nicht beigetreten?

Die Vereinigten Staaten haben bislang eine Teilnahme am CRS abgelehnt. Es gibt mehrere Gründe für diese Politik:

  • Eigenes FATCA-Gesetz: Die USA verfügen bereits über das eigene FATCA-Gesetz, das ausländischen Finanzinstituten die Meldung von Vermögenswerten US-amerikanischer Staatsbürger vorschreibt.
  • Datenschutz und Datenhoheit: Es gibt Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Datenhoheit über Finanzdaten von US-Bürgern.
  • Wirtschaftspolitische Gründe: Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass viele US-Unternehmen Umsatzsteuer nachzahlen müssten und dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten. Die US-Regierung will dies verhindern, um Insolvenzen zu vermeiden und die Wirtschaft zu schützen.

Eine Abkehr der USA von dieser Haltung ist derzeit nicht in Sicht, auch wenn der Druck aus Europa und von der OECD hoch ist.

Was bedeutet das für LLC-Gründer?

Die Nicht-Teilnahme der USA am CRS hat konkrete Folgen für Firmengründer weltweit, die eine LLC in den USA gründen wollen:

  • Diskretion: Ausländische Staatsbürger und Firmen können weiterhin diskret Vermögen und Einkünfte in US-LLCs bündeln, ohne dass automatisch Meldungen an ihre Heimatländer erfolgen.
  • Steueroase: Die USA haben sich als Steueroase für die legale Steuervermeidung von Unternehmen etabliert. Der Vorteil einer US-LLC bleibt hierfür attraktiv.
  • Informierung über FATCA: Allerdings müssen sich LLC-Gründer über FATCA und andere bilaterale Abkommen informieren, die eine Meldepflicht vorsehen könnten.

Insgesamt zeigt die Weigerung der USA, dem CRS beizutreten, dass die globale Transparenz bei Vermögen und Steuern nach wie vor Lücken aufweist. Für Firmengründer weltweit bleibt die Gründung einer LLC in den Vereinigten Staaten eine lukrative Option zur Steuervermeidung.

Ethische Bedenken

Die gezielte Nutzung von Steueroasen und Schlupflöchern zur Steuervermeidung ist rechtlich oft nicht zu beanstanden, wirft aber ethische Fragen auf. Unternehmen profitieren von öffentlich bereitgestellter Infrastruktur, Sicherheit und Bildung, tragen durch Steuervermeidung aber nicht entsprechend dazu bei. Außerdem kann übermäßige Steuervermeidung von Konzernen und Reichen zu wachsender Ungleichheit und Unterfinanzierung des Gemeinwohls führen. Eine ausgewogene Steuerpolitik ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig.

Regulatorische Risiken

Die Niedrigsteuerstandorte der USA und anderer Länder stehen international zunehmend in der Kritik. Es gibt Bestrebungen, Schlupflöcher zu schließen und Steueroasen stärker zu regulieren. FATCA und CRS sind erste Schritte in diese Richtung. Firmen, die heute noch von intransparenten Konstrukten profitieren, laufen Gefahr, dass sich die Regeln für sie mittelfristig deutlich verschärfen. Eine global zunehmende Regulierung von Steuervermeidung könnte zu höheren Steuerlasten führen.

Konzentration auf Kerngeschäft

Für viele Unternehmen überwiegen die Risiken und der Verwaltungsaufwand intransparenter Steuerkonstrukte möglicherweise die Vorteile. Eine Konzentration auf das Kerngeschäft und einfachere, transparente Strukturen können effizienter sein.

Es gibt keine pauschale Antwort, ob und wie Steuervermeidung sinnvoll ist. Jeder Unternehmer muss die rechtlichen, ethischen und wirtschaftlichen Risiken sorgsam abwägen. Eine generelle Empfehlung zur Steuervermeidung wäre fahrlässig. Eine transparente Unternehmenspolitik kann langfristig der bessere Weg sein.


FAQs

Was ist der Common Reporting Standard (CRS)?
Der CRS ist eine Vereinbarung der OECD zum automatischen Austausch von Finanz- und Steuerdaten zwischen fast 100 Ländern.

Warum sind die USA dem CRS nicht beigetreten?
Die USA bevorzugen ihr eigenes FATCA-Gesetz, das bereits ähnliche Datenanforderungen für ausländische Finanzinstitute vorschreibt. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Datenhoheit. Ein weiterer Grund ist, dass viele US-Unternehmen bei einem Beitritt zur CRS Umsatzsteuer nachzahlen müssten, was zu finanziellen Schwierigkeiten und Insolvenzen führen könnte.

Welche Vorteile hat die Gründung einer LLC in den USA für Ausländer?
Ausländische Staatsbürger können Vermögen und Einkünfte in US-LLCs bündeln, ohne dass diese Daten automatisch an ihre Heimatländer gemeldet werden. Die USA gelten als Steueroase für legale Steuervermeidung.

Welche Risiken bestehen bei der Nutzung von Steueroasen?
Es gibt ethische Bedenken, da Unternehmen von öffentlichen Dienstleistungen profitieren, aber durch Steuervermeidung nicht angemessen dazu beitragen. Zudem könnten zukünftige Regulierungen die Vorteile einschränken.

Was ist FATCA und wie betrifft es LLC-Gründer?
FATCA ist ein US-Gesetz, das ausländischen Finanzinstituten die Meldung von Vermögenswerten US-amerikanischer Staatsbürger vorschreibt. LLC-Gründer müssen sich über mögliche Meldepflichten informieren.

Ist Steuervermeidung ethisch vertretbar?
Die Nutzung von Steueroasen zur Steuervermeidung ist rechtlich oft erlaubt, wirft aber ethische Fragen auf. Unternehmen sollten die langfristigen Folgen und gesellschaftliche Verantwortung berücksichtigen.

Schlussfolgerung

Die Weigerung der USA, dem CRS beizutreten, bietet für LLC-Gründer zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Datenschutz und Steuervermeidung. Dennoch sollten ethische Bedenken und regulatorische Risiken sorgfältig abgewogen werden, um nachhaltige und verantwortungsvolle Geschäftsentscheidungen zu treffen.

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Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass die genannten Daten, Steuersätze und Regelungen sich im Laufe der Zeit ändern können. Treffen Sie keine eigenständigen Entscheidungen, ohne sich zuvor von einem Experten für Ihre individuelle Situation beraten zu lassen. Es ist in Ihrem Interesse, stets individuelle Informationen von einem erfahrenen Experten zu erhalten, der Ihre Situation kennt.

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